Versteckte Kosten bei Leasingrückgabe
Versteckte Kosten bei Leasingrückgabe, hier wird das Geld nicht beim Verkauf sondern bei der Rückgabe verdient.
Es handelte sich um ein 1-Jahres Gewerbe-Leasing als Kilometerleasing. Vereinbarte Laufleistung: 25.000 km (mit 2.500 km Karenz). Das Auto hatte im Januar einen Unfall, minimale Abschürfungen an der Stoßstange, deshalb wurde diese dann teuer komplett ausgetauscht. Der Schaden wurde durch das gleiche Autohaus fachgerecht abgewickelt – dachte ich. Im März dann die Rückgabe. Es war unser 8. Leasingfahrzeug, aber das erste von Renault. Und was ich da erlebte ist mir noch bei keiner anderen Leasing-Rückgabe zuvor passiert. Das Auto war top gepflegt, mit der Zahnbürste gesäubert. Im Winter benutzten wir extra eigene Gummi-Fußmatten um die Teppichmatten zu schonen. Das Auto war tip-top in Ordnung – dachten wir - bis der Autoverkäufer Herr XXX dann plötzlich meinte, dass da „SCHÄDEN“ im Wert von bestimmt 1.000€ seien. Wie bitte? Ich wette die haben noch nie ein so gepflegtes Auto zurück bekommen und ich eigentlich rechnete mit einem Lob, wie ich es zuvor aus den Jahren von all den anderen Autohändlern her kannte (O-Ton VW und Audi: „Wir wünschten, unserer Leasingnehmer gäben ihre Autos annähernd in solch einem gepflegten Zustand zurück!“). Was moniert wurde: ein minimaler Kratzer unter der Stoßstange im Plastik, der mir zuvor gar nicht aufgefallen war – dem Autohaus übrigens auch nicht, denn es war ja einer vom Unfall im Januar und wenn die den nicht mit repariert haben ist das doch nicht meine Schuld. Ich habe meine Selbstbeteiligung ja bereits bezahlt. (Unfallschaden mit kleinem Kratzer an der Stoßstange betrug damals 1.700€! Schon diese Reparatur war eine Frechheit!) Dann kleine Punkte an den Armlehne / Türgriff innen... die Türinnenverkleidung sei kaputt – ich konnte bis zum Schluss nichts erkennen. Kratzer an der Mittelkonsole an der Aluschiene – ja, wir haben eine Gurt zum Anschnallen benutzt. Kratzer an der Innenraumverkleidung des Kofferraums – tja, wir haben tatsächlich mal etwas im Kofferraum transportiert. Als wir noch Kinderwagen transportierten hatten unser Leasingautos noch ganz andere Spuren.... war nie ein Problem. So könne man das Auto ja nicht weiterverkaufen, meinte der Knüfkermitarbeiter Herr XXX, der neue Käufer würde die Gebrauchsspuren ja auch monieren. Ja, aber der kauft ja auch eben keinen Neuwagen, sondern ein gebrauchtes Auto. Ich habe ein 25.000km Leasing vereinbart und dementsprechend Gebrauchsspuren von dieser Nutzung. Ich habe das Auto eben nicht 1 Jahr lang in der Garage stehen lassen. Wenn die den spritschluckenden dreckigen Diesel nicht loswerden liegt das bestimmt nicht an diesen minimalen Gebrauchsspuren!
Spontan einigten wir uns auf einen Gutachter, der sich das ganze anschauen soll – Kosten sollte ich auf jeden Fall tragen. Wie bitte? Das Autohaus muss mir was beweisen, nicht ich ihnen! Ich habe Fotos der betreffenden Stellen gemacht und Fachleute schüttelten mit dem Kopf, wie sich ein Autohaus erdreisten kann nach 25.000km so etwas auch nur anzumerken! Dann gaben mir die Experten aus anderen Autohäusern den Tipp, sich besser so zu einigen, da Gutachter, die von den Autohäusern beauftragt werden selten auf der Seite des unten stehen, nach dem Motto: „Was soll ich aufschreiben?“ Also haben wir uns nun auf 600,00€ netto „geeinigt“, damit ist die Sache beendet, die günstige Leasingrate am Ende halt doch nicht mehr so günstig (ja, und die Kosten schaden meinem kleinen 1-Mann-Unternehmen! Das Geld fehlt an anderer Stelle!). Am Ende bin ich um eins schlauer: bei Knüfker kaufe ich auf keinen Fall mehr ein Auto, ich werde auch keins leasen und erst recht nichts in die Werkstatt geben; Diese Rückgabe brachte uns nur Ärger ein.
Zu Beginn wird einem der Himmel auf Erden versprochen, aber am Ende erinnert man sich an nichts mehr und als Kunde zahlt man nur drauf!
18. April 2019
Bewertung ohne vorherige Einladung