Unterirdischer Umgang mit eignen Fehlern
Wir hatten einen Schwimmkurs für mich und meinen fast dreijährigen Sohn im Billebad gebucht.
Aufgrund des erhöhten Schneetreibens haben wir am Samstag vorsorglich noch einmal die Webseite geprüft. Einige Bäder waren für Sonntag bereits geschlossen. Auf der Webseite des Baederland Billebads stand jedoch ausdrücklich, dass der Lehrbereich weiterhin geöffnet sei.
Zusätzlich haben wir unser E-Mail-Postfach inklusive Spam-Ordner geprüft. Es gab keinerlei Informationen zu einem Kursausfall.
Am Sonntagmorgen, der Kurs sollte um 10 Uhr starten, haben wir erneut die Mails gecheckt. Wieder nichts. Auf der Webseite folgte sogar eine Entwarnung: Fast alle Standorte nehmen den normalen Betrieb wieder auf, das Billebad war nicht als Ausnahme aufgeführt.
Nach 30 Minuten Autofahrt standen wir dann im Eingangsbereich. Dieser war voller Familien mit kleinen Kindern. Aus der Menge hörte man bereits das Gemurmel: „Der Kurs fällt aus“.Am der Kasse stehen Schilder dass hier - entgegen der Webseite - doch nur zwei Becken in betrieb sind.
Nach etwa 15 Minuten öffnete die Kasse. Jede Familie wurde gebeten, Eintritt zu zahlen, da der Kurs ja ausgefallen sei.
Eine Familie bat den Mitarbeiter an der Kasse, die Bäderleitung zu informieren. Erst nach längerer Diskussion wurde telefoniert. Kurz darauf trat eine junge Frau vor und erklärte, alle Teilnehmenden seien per E-Mail über den Kursausfall informiert worden. Die die Gruppe verneinte das. Daraufhin wurde gefragt, ob wir auch im Spam-Ordner nachgesehen hätten. Nachdem auch das bestätigt wurde, hieß es, man hätte den Kursausfall selbst antizipieren können oder müssen.
Die Stimmung war entsprechend fassungslos.
Auf Nachfrage erklärte die Dame, sie sei die stellvertretende Bäderleitung, da der eigentliche Leiter im Urlaub sei. Mehreren Eltern verweigerte sie die Auskunft über ihren Namen.
Dann wurde es noch absurder: Ein Elternpaar fragte, ob sie wenigstens ins Bad dürften. Sie hatten eine lange Anfahrt und das Portemonnaie zu Hause vergessen. Die Antwort lautete: „Das dürfen wir nicht“, gefolgt von mehreren offensichtlich vorgeschobenen Begründungen. Ein Gast sagte treffend: „Wenn Sie das nicht wollen, dann sagen Sie das einfach, aber lügen sie uns bitte nicht an.“
Daraufhin kam das Finale: Ohne Ticket sei man im Bad nicht versichert. Das ist schlicht falsch. Erstens wurde ich selbst in der Vergangenheit schon - wegen Fehlern in der Terminabsprache - ohne Bezahlung hineingelassen, zweitens gibt das Bad überhaupt keine Tickets aus. Es gibt keinerlei Nachweis, ob jemand bar bezahlt hat oder nicht. Diese Aussage war also erneut eine klare Unwahrheit.
Unterm Strich bleibt ein Eindruck von schlechter Organisation, fehlender Transparenz und einem äußerst unprofessionellen Umgang mit Familien, die sich korrekt informiert haben und dennoch vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.
11. Januar 2026
Bewertung ohne vorherige Einladung