Mit einem blauen Auge davongekommen...
Da ich nicht mehr der Jüngste bin und eventuell in 15 Jahren meine Rente beginnt, wollte ich meine bisherige Altersvorsorge in meiner eventuellen Unwissenheit nicht gefährden. Bisher habe ich geglaubt, ein Versicherungsmakler hätte die Pflicht und den Anstand, die Kunden bedarfsgerecht und möglichst optimal zu beraten. Ganz weit gefehlt! Es hat mehr als 2 Jahre gedauert bis ich merkte, was mir ans Bein gebunden wurde. Meine bisherige Altersvorsorge bei einer recht bekannten Gesellschaft, in die ich zuvor 16 Jahre eingezahlt habe, war laut angeblicher Marktanalyse vom Rating her so schlecht, dass ich um eine Auszahlung im Rentenalter besorgt sein müsse. Stattdessen gäbe es eine viel bessere Alternative in Form einer Rürup-Rente. Klang alles toll.
Spiegel & Pohlers hat aber leider vergessen mir mitzuteilen, dass die Kosten für den neuen Vertragsabschluss meine Verkaufserlöse der alten Verträge erstmal um mehr als 10% (!) verpuffen lassen. Das habe ich zufällig nach der ersten Abrechnung der neuen Versicherung nach über zwei Jahren erfahren. Bei den mir inzwischen bekannten Renditen (die bewegten sich 2017 nämlich am ganz unteren Rand der besprochenen Rendite) hätte ich durch die hohen Abschlusskosten erst ab 2021 Renditen für meine Altersvorsorge erwirtschaftet – vorher also eine reine Kostentilgung. Als ich beim Verbraucherschutz nachfragte wurde mir erklärt, dass ich eigentlich viel größere Probleme als die Abschlusskosten habe. Denn bei einer Rürup Rente würde ich niemals wieder an die Ersparnisse herankommen, auch nicht meine Erben oder Ehefrau. Auszahlungen gibt es nur in Form einer monatlichen Rentenzahlung – und diese Aussicht war nach der Abrechnung der Versicherung erstmals in Zahlen genannt und mehr als niederschmetternd. Wenn ich richtig gerechnet habe, dann hätte sich das Modell erst dann amortisiert, wenn ich deutlich über 100 Jahre alt werde.
Zum Glück konnten die Verträge nach fast 2,5 Jahren rückabgewickelt werden. Dabei hat Spiegel & Pohlers tatsächlich aktiv mitgewirkt – vermutlich aufgrund des unauffindbaren Beratungsprotokolls, auf dem ich die Abschlusskosten eigentlich hätte unterschreiben müssen. Mit der Rückabwicklung sind mir zumindest meine Einzahlungen in dem neuen Vertrag zurückerstattet worden. Die Erstattung meiner Kosten für Verbraucherberatungen, sinnlose Zwischenfinanzierung usw. muss ich mir nun leider vor Gericht erstreiten. Aber da Spiegel & Pohlers meine gesamten Ersparnisse der Altersvorsorge aus 16 Jahren ohne mit der Wimper zu zucken auf Spiel gesetzt hat, gehe ich diesen Streit mit Freude ein ;-)







