Gute Grundidee, nicht zu Ende gedacht
Status: Ich habe gerade das erste Modul abgeschlossen. Ich nehme als Teilnehmerin an der Studie teil.
Was ich gut finde:
Die App hat eine simple und moderne Benutzerführung (UX).
Technisch läuft alles sehr gut.
Die Grundidee gefällt mir.
Was ich schlecht finde:
1. Zu viel Druck und fehlende Flexibilität
Die App ist extrem linear aufgebaut. Es gibt kaum Anpassungen an die eigene Lebenssituation.
Man wird immer gezwungen, den nächsten Schritt zu gehen. Ein Beispiel: Gestern habe ich einer fremden Person zugewunken. Jetzt MUSS ich an den nächsten Tagen mit Fremden sprechen. Vielleicht bin ich dafür aber noch nicht bereit oder habe Angst. Solche Ängste oder Blockaden werden nie thematisiert. Man muss den nächsten Schritt machen, sonst lässt einen die App nicht weiter.
Wenn man etwas nicht schafft, gibt es weder Feedback noch Aufmunterung. Es geht immer nur stur nach vorne. Eigener Lernfortschritt lässt sich nicht durch Feedback beeinflussen.
2. Unklare Funktionen und Frustration bei den Aufgaben
Gleich zu Beginn stellt die App Fragen und bewertet die Antworten auf einer Skala von 0 bis 100. Mein Ergebnis lag bei 0. Heißt das, ich bin eine Null und es nicht wert? Die Skala und ihre Bedeutung werden überhaupt nicht erklärt.
Es gibt einen Bereich, in dem man mit einer KI chatten kann. Der Bot stellt dort wirklich wichtige Fragen. Das ist eigentlich super. Leider gibt es ein unsichtbares Limit von vier Eingaben. Danach beendet sich der Chat einfach.
Manche Aufgaben bauen unlogisch aufeinander auf. Man soll zum Beispiel drei Themen nennen, über die man gut reden kann. Ich schreibe: 10K, Aktienanalyse, Flugzeugabstürze und psychologische Beobachtungen. Auf der nächsten Seite steht dann plötzlich: „Überlege dir für diese Themen passende Gesprächseinstiege.“ Ja gut... das passt dann einfach nicht mehr zusammen.
Einige Antwortmöglichkeiten enthalten reine Akademiker-Wörter. Kein durchschnittlicher Mensch weiß, was „Palliativ-regenerative Stressbewältigung” bedeutet. Erklärt wird es leider auch nicht.
3. Falsche Versprechen und emotionale Belastung
Ein Erwartungsmanagement existiert gar nicht. Die App verkauft sich als „Weg aus der Einsamkeit“. Sie spielt mit den Erwartungen und lässt das scheinbar Unmögliche machbar wirken.
Durch die Nutzung der Website und der App fühle ich mich deutlich schlechter als vorher. Wenn der reine Glaube an die App nicht hilft, ist diese Erfahrung extrem belastend.
Mein ehrliches Fazit:
Eine App, die den „Weg aus der Einsamkeit“ verspricht und dabei pauschal jeden anspricht, sollte skeptisch machen. Es fehlt komplett an Tiefgang und Individualisierung. Der KI-Chat war eigentlich meine einzige gute Erfahrung.
Ich glaube nicht, dass die Versprechen haltbar sind. Die App wird vermutlich keine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus haben. Vielleicht reicht bei manchen schon der intensive Glaube aus, nicht mehr allein zu sein. Für alle anderen ist das Ganze aber nur belastend.
Am Ende ist es eine weitere Gesundheits-App, die mit den Wünschen und echten Problemen der Menschen Geld verdient. Eine echte Wirkung wird aber kaum eintreten.
Fazit: App deinstalliert







