Nicht zu empfehlen.
Nicht zu empfehlen.
Ich habe im Gesundheitsbereich der Plattform sachlich und ohne Beleidigungen geschrieben. Mein Beitrag wurde dennoch gesperrt – mit der Begründung, mein Ton sei „nicht empathisch genug“.
Der Hinweis, dass man sich bei medizinischen Fragen oder Medikamenten besser an einen Arzt wenden sollte, sei zwar richtig, müsse aber „empathischer formuliert“ werden.
Ich teilte dem Community-Management daraufhin mit, dass ich Asperger-Autismus habe. Menschen im Autismus-Spektrum haben häufig Schwierigkeiten, Emotionen oder Empathie auf die gleiche Weise auszudrücken wie neurotypische Personen. Das bedeutet nicht, dass sie unfreundlich sind – nur, dass ihre Kommunikation sachlicher oder direkter wirkt.
Trotz dieser Erklärung wurde ich zunächst für einen Tag gesperrt, ohne dass ein Grund angegeben wurde („kein Grund“). Nur drei Stunden später folgte dann die Nachricht über die endgültige Sperrung meines Accounts, begründet mit angeblicher „Ironie“ in meinen Beiträgen – ein inkonsistenter und willkürlicher Umgang.
„Trotz unserer heute geführten Konversation hast du zwei weitere Beiträge in unserem Forum auf eine Art formuliert, dass die Userinnen sich dadurch verhöhnt fühlen müssen, bei der beißenden Ironie, die deine Beiträge enthält … Wir haben uns entschieden, dein Profil zu sperren, da dies ein klarer Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen ist.“
Wenn man sich auf unsere vorherige Konversation bezieht, sollte der Hinweis „Ich habe Asperger, eine Form von Autismus“ nicht übersehen werden.
Hier werden sachlich formulierte Beiträge gelöscht, und von Menschen, die aufgrund einer neurologischen Besonderheit Schwierigkeiten mit emotionaler Ausdrucksweise haben, wird eine Empathie gefordert, die sie nicht in gleicher Weise leisten können.
Ich bemühte mich ausdrücklich um einen freundlich formulierten Stil – und schrieb beispielsweise:
„Liebste liebe Userin, ich denke du meinst Cortisol, ein Stresshormon, nicht Cortison, ein Medikament. Ich möchte dir ganz lieb sagen, dass es nicht ratsam wäre, die Lösung allein in Medikamenten zu suchen …“
Auch dieser Beitrag wurde als „ironisch“ fehlinterpretiert. Gleichzeitig fordert das Community-Management von Usern Empathie ein, bringt aber selbst keine Empathie entgegen. Die eigenen Forenregeln (Nr. 1), die auf Mobbing, Abwertungen und Beleidigungen hinweisen, werden fälschlicherweise mit „zu wenig Empathie“ gleichgesetzt.
Der Versuch, dem Wunsch nachzukommen, wird als „ironisch“ fehlinterpretiert – und damit der gesamte Inhalt meiner Beiträge als „nicht hilfreich“ abgewertet, obwohl die darin enthaltenen Informationen medizinisch korrekt und potenziell hilfreich sind, nur weil sie nicht wie gewünscht verpackt waren.
Das Kernproblem besteht jedoch darin, dass Fachwissen und sachliche Korrektheit bestraft werden. Beiträge werden mit der Begründung geschlossen, sie seien „zu fachspezifisch“, obwohl im selben Forum regelmäßig Fragen zu medizinischen Diagnosen und Medikamenten gestellt werden – etwa zu „3,5 cm großer Zyste am Eierstock“, „Langzeitfolgen von Isotretinoin“, „HPV-Infektion“, „hartnäckiger Balanitis“, „Konisation: Vollnarkose oder Lokalanästhesie“, „Vernarbung der Nieren“ oder „Stenose des Truncus coeliacus“.
Es werden also sehr spezifische medizinische Fragen gestellt, die den angeblichen „Austausch über Hausmittel und Erfahrungen“ bei weitem übersteigen.
Das Forum präsentiert sich zwar als Laienforum, jedoch werden hier auch medizinisch spezifische Diagnosen und Medikamente thematisiert, sodass eine alleinige Bewertung des Inhalts nach „netter Verpackung“ nicht ausreicht.
Falschinformationen oder Aussagen wie „die Auskunft hier sei in etwa die gleiche, die man von einem Arzt erhält“ sind gefährlich, da falsche medizinische Aussagen die Gesundheit der Nutzerinnen und Nutzer negativ beeinflussen können.
Da das Community-Management zudem selbst angibt, es „sei nicht dazu angehalten, fachliche Inhalte zu prüfen“, bleibt die Frage offen, warum fachlich versierte Nutzerinnen und Nutzer in einem Gesundheitsforum offenbar unerwünscht sind.
Kurz gesagt:
Statt Verständnis und Inklusion herrscht hier Machtmissbrauch und Diskriminierung gegenüber neurodiversen Menschen – und ein Umgang, der sachliche Korrektheit und Fachwissen eher bestraft als fördert.







