Empfehlenswerter Sprachkurs in Sevilla – mit Verbesserungspotenzial bei der Unterkunft
Ich habe im Oktober einen zweiwöchigen Spanischkurs für Senioren bei der Sprachschule CLIC in Sevilla besucht und möchte meine Eindrücke teilen.
Insgesamt war es eine sehr bereichernde Erfahrung, die ich trotz einiger Kritikpunkte gerne weiterempfehle.
Der Sprachkurs gefiel mir sehr gut. Meine Lehrerin Patricia war ausgezeichnet: Sie erklärte neue Vokabeln sehr anschaulich und ausschließlich auf Spanisch, was mir besonders gut gefiel. Dadurch wurde man gezwungen, wirklich in die Sprache einzutauchen.
Der Unterricht legte den Schwerpunkt klar auf das Sprechen, weniger auf das Durcharbeiten vieler Themen. Das fand ich sinnvoll – für mich war es eine gute Wiederholung und ich konnte mein Verständnis der Vergangenheitsformen deutlich vertiefen.
Ein gewisses Grundniveau (mindestens A1) sollte man allerdings mitbringen, um dem Unterricht auch folgen zu können. Unsere Klasse war mit 10 Schülern deutlich zu groß, wie auch andere in diesem Zeitraum. Darunter hat natürlich der Lernerfolg gelitten.
Die Schule ist sehr gut organisiert. Alle Mitarbeitenden sind freundlich, hilfsbereit und schaffen eine angenehme Lernatmosphäre. Auch die Cafeteria im Haus ist empfehlenswert – ideal für Pausen, Mittagessen oder kleine Snacks zwischendurch.
Das Kulturprogramm war abwechslungsreich und lehrreich. Die Führer erklärten Geschichte, Architektur und Hintergründe der Stadt äußerst kompetent, deutlich und in einem angenehmen Tempo, sodass man den Ausführungen gut folgen konnte.
Untergebracht war ich in zwei verschiedenen Gebäuden in der Calle Santa Ana, nahe der Alameda. Diese Gegend ist eine beliebte Flanier- und Ausgehmeile, umgeben von Bars und Restaurants. Nach Berichten anderer Kursteilnehmer ist es dort jeden Abend bis etwa ein Uhr nachts sehr laut, an Wochenenden oder besonderen Tagen auch länger. Hier wäre ein Austausch der Fenster mit Schallisolation dringend wünschenswert, um erholsamen Schlaf zu ermöglichen.
Beide Häuser sind sehr alt, eines davon renoviert, das andere nicht, aber beide im typisch spanischem Stil mit viel Charme.
Im restaurierten Gebäude war das Zimmer grundsätzlich in Ordnung, allerdings zeigte sich auch hier Verbesserungspotenzial in der Unterhaltspflege (z. B. lockere Halterungen, zu wenige Haken, fehlende Ablageflächen).
Das zweite Zimmer im älteren Gebäude war leider deutlich schlechter. Es war dunkel, die Fenster führten nur zu einem Lichtschacht und einem Hausflur, wodurch kaum Tageslicht hereinkam. Auch die Beleuchtung im Raum war unzureichend, was das Lernen oder Lesen unmöglich machte. Die Einrichtung war unpraktisch und mangelhaft– ein Mini-Kleiderschrank im Badezimmer (Feuchtraum!), eine Kommode mit rauem Schubladenboden und ca. 4 cm hervorstehenden Schrauben der Beschläge, dazu ein großes Bild im Zimmer, aber keinen Spiegel.
Das Badezimmer war zwar mit Ablagen versehen, allerdings zeigten sich deutliche Pflegemängel (verschimmelte Silikonfugen, undichte Duschkabine).
Ein weiteres Problem war die Hellhörigkeit. Durch die offene Decke mit Holzbalken hörte man jeden Schritt der oberen Wohnung – insbesondere nachts. Hier wäre eine bessere Schalldämmung dringend empfehlenswert und ohne weiteres möglich.
Positiv war, dass das Zimmer durch seine innenliegende Lage vom Straßenlärm verschont blieb und vermutlich im Sommer kühler bleibt.
Einmal schaltete sich die Klimaanlage unerwartet selbst ein, nachdem ich ein anderes Gerät vom Strom getrennt hatte – das war irritierend und weckte kein großes Vertrauen in die elektrische Installation, deshalb empfand ich das Fehlen von Rauchmeldern als beunruhigend. Auch wenn diese in Spanien nicht vorgeschrieben sind, wären sie aus Sicherheitsgründen sehr empfehlenswert.
Zudem sollte künftig darauf hingewiesen werden, dass Seife und Toilettenpapier selbst mitzubringen sind – diese Information fehlte vorab und war auch anderen Teilnehmern nicht bekannt.
Fazit
Trotz dieser Schwächen bei der Unterkunft war mein Aufenthalt in Sevilla insgesamt sehr positiv.
Ich konnte mein Spanisch spürbar verbessern, die Sprache täglich anwenden und die Stadt in ihrer ganzen Vielfalt erleben.
Der Sprachkurs bei CLIC ist absolut empfehlenswert, insbesondere wegen der Lehrkräfte, der Organisation und des Kulturprogramms.
Bei der Unterbringung besteht allerdings noch deutliches Verbesserungspotenzial – vor allem hinsichtlich Lärmschutz, Beleuchtung und Instandhaltung.
20. Oktober 2025
Bewertung ohne vorherige Einladung